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©m.blazejovsky

JULI/AUGUST - Für Märchen Fan's

 

ACHTUNG! Nach vielen Rückfragen eine Klarstellung: Meine homepage wird einmal pro Monat erneuert - neue Bilder, neue Texte...(das gilt auf alle Fälle für die Seiten: aktuelles, illustration, kunstwerk und märchen).

 

Geschichten in denen ein bisschen gezaubert wird

 

Der Junge und der Hase (nach einer irischen Geschichte)

 

Es war vor vielen Jahren, als den Grundbesitzern (in Irland nennt man sie die Gages) das ganze Land gehörte. Sie brachten ihre Freunde zum Jagen mit - ihr weißt schon - sie wollten Enten und Fasane, Hasen und Rehe schießen.

Da war ganz schön was los. Sie zogen gegen Norden, dort lagen die großen Wälder in denen es viel Wild gab.

 

Auf dem Weg trafen sie einen kleinen Jungen. Der fürchtete sich gewaltig, als er die vielen Männer mit ihren Gewehren und den Hunden daherkommen sah. Am liebsten wäre er hinter einem Busch verschwunden und hätte sich versteckt, aber dazu war es jetzt zu spät.

Der als Erster vorneweg ging, rief ihn an:

„He, Kleiner, wenn du einen Ginsterbusch mit einem Hasen darin findest, sag uns Bescheid, wir geben dir dafür ein Halbkronenstück!“ und dabei zwinkerte er mit dem linken Auge.

Damals war ein Halbkronenstück ein kleines Vermögen.

Der Junge brachte kein Wort heraus, nickte, drückte sich an den Jägern vorbei und lief so schnell er konnte nach Hause. Er lebte bei seiner alten Großmutter. Er mochte sie gerne. Sie konnte die allerschönsten Geschichten erzählen und den köstlichsten Brei kochen. Wenn sie allerdings in ihrem seltsamen Buch las und unverständliche Worte vor sich hin murmelte wollte sie keinesfalls gestört werden.

 

Aber jetzt konnte er nicht warten. Noch ganz außer Atem erzählte er ihr von seiner Begegnung mit den Jägern und dem Versprechen das sie ihm gegeben hatten: „Ein Halbkronen Stück, wenn ich ihnen einen Hasen aufstöbere!“ Dass sie Hunde mithatten, davon erzählte er nichts (-vermutlich hatte er es in seiner Aufregung vergessen).

 

Die Großmutter seufzte, schloß unwillig ihr Buch, wickelte es in ein schönes Tuch und legte es in ihre Truhe.

Dann strich sie dem Jungen freundlich das nasse Haar aus der Stirn und sagte: „Pass gut auf!

Auf dem Weg nach Norden ist ein kleiner Hügel, der Doads heißt, du kennst ihn! - Erinnerst du dich, wir haben dort im Frühjahr den schönen blauen Stein gefunden!“ Der Junge nickte.

„Du gehst zum Doads. Am Fuße des Hügels, gleich neben der Straße, steht ein Ginsterbusch. Erinnerst du dich auch an den?“ Der Junge nickte. „Gut. Dort wartest du, bis sie zurückkommen. Jetzt hör gut zu: Im Ginsterbusch wird ein Hase sitzen, den zeigst du ihnen, hast du verstanden?“

Wieder nickte der Junge, Dass setzte er seine Mütze auf, ging nach Norden zum Hügel Doads und wartete.

Er machte alles so, wie seine Großmutter gesagt hatte.

 

Als die Jäger zurückkamen, zeigte ihnen der Junge, wo der Busch mit dem Hasen war.

Da umstellten sie den Busch und die Hunde begannen zu bellen und an den Leinen zu zerren. Noch ehe die Jäger ihre Gewehre laden konnten, sprang der Hase heraus und setze mit weitem Sprung über die Hund hinweg. Jetzt ließen die Jäger die Meute los - die gefleckten, die braunen und die schwarzen Hunde jagten den Hasen der verzweifelt einen Haken nach dem anderen schlug.

 

Er rannte die Hügel entlang nach Süden hinunter bis das Dorf mit der Kirche in Sicht war - und die Hunde immer hinter ihm her. Er rannte bis zum Haus des Jungen und war plötzlich verschwunden.

Die hechelnden Hunde stießen sich ihre Schnauzen blutig an der verschlossenen Tür und bellten wie verrückt.

Als die Jäger endlich nachkamen war von einem Hasen weit und breit nichts zu sehen. Sie hatten ordentlich

Mühe, die Hunde zu beruhigen und als sie durch eines der kleinen Fenster in die Stube des Hauses blickten, sahen sie nur eine alte Frau die mit rotem Gesicht und verdrehten Augen schwer atmend im Bett lag.

Da gingen sie gleich weiter, mit Alten und womöglich Kranken wollten sie nichts zu tun haben - aber dem Jungen, der endlich auch nachgelaufen kam, gaben sie das versprochene Halbkronen Stück.

 

Als die Jäger weg waren, schob sie Großmutter die Decke zur Seite und setzte sich langsam auf.

„Du hättest mir sagen sollen, dass sie Hunde dabei haben“, murmelte sie.

Dann holte sie aus ihrer Truhe ein kleines Säckchen, kochte Wasser auf dem Herd und brühte sich einen

wundersam duftenden Tee auf.

 

Nun ja, was soll ich euch noch sagen - so ist es eben zugegangen, damals als die Jäger am Fuße des Doads einen Hasen jagen wollten.

 

 

Erzählen heißt: mit dem Zuhörer kommunizieren, heißt, eigene Worte für Geschehnisse finden, heißt mit allen Sinnen dabei zu sein.

 

Aus meinem Erzählprogramm:

Märchennachmittage für Kinder und ihre Begleitung

Dauer: 1 - 1 1/2 Std

 

oder Märchenabende für Erwachsene

Dauer: 2 Std

 

Märchennachmittage/- abende können von Veranstaltern gebucht werden, das Programm wird mit den Veranstaltern abgestimmt

Die Kosten richten sich nach Veranstaltungsort, Umfang des Programms und Aufwand.

 

Und selbstverständlich gibt es auch Seminare und Workshops zum Thema 'Märchen/Erzählen' für PädagogInnen, BibliothekarInnen und alle, die gerne ihr Erzählen perfektionieren möchten.

Anfrage über 'kontakt'

 

Märchenarbeitskreis

Im kommenden Arbeitsjahr (Sept. -08 - Juni 09) versuchen wir "Schneewittchen und den sieben Zwergen" auf die Spur zu kommen. Der Spiegel wird dabei wohl eine bedeutende Rolle spielen und nicht nur Schönheit, sondren auch verborgene Schatten ans Licht bringen.

Mit sehr viel Forscherglück sollte es uns auch gelingen dem Rätsel auf die Spur zu kommen, wie Zwerge sich vermehren....

 

Wir versuchen uns an die Themen des Arbeitskreises auf geistes- u. naturwissenschaftlicher Ebene, auf dem Gebiet der bildenden Kunst, und der Musik, ethymologisch - und natürlich (wir wären keine Frauen wenns nicht so wäre) mit allen Sinnen anzunähern.

In den Märchen, die die Grundlage unserer Arbeit bilden, treffen sich alte Mythen und neueste psychologische Erkenntnisse.

Bei all dem erheben wir keinen druckreifen wissenschaftlichen Anspruch.

"Der Weg ist das Ziel", so würde ich unsere Treffen definieren.